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Winterbegehung

Expedition zum Gasherbrum II

Logo_North FaceVergangenen Winter hat sich ein kleines Team aus The North Face® Athleten zusammengeschlossen um eine Winterbegehung des Gasherbrum II zu wagen. Der Berg in der pakistanischen Provinz Gilgit Baltistan, in der Nähe der chinesischen Grenze, ist der dreizehnthöchste Berg der Erde und der dritthöchste Gipfel des Gasherbrum Massivs im Karakorum. Nach der Erstbesteigung durch die Österreicher Fritz Moravec, Josef Larch und Hans Willenpart am 8. Juli 1956 konnten nur weniger als 10 Expeditionen den Gasherbrum II erfolgreich besteigen. Im Winter gelang dies bis letztes Jahr nie.

Die drei The North Face Athleten liefern ein Protokoll zu ihrer beeindruckenden Expedition:

27. Dezember 2010 – Aufbruch zum Gasherbrum II

Direkt nach den Weihnachtsfeiertagen, am 27. Dezember, reist das dreiköpfige The North Face® Team ins winterliche Karakorumgebirge, um den Gipfel des Gasherbrum II zum ersten Mal im Winter zu erreichen – ohne die Hilfe von Trägern und zusätzlichem Sauerstoff.

Der bekannte italienische Bergsteiger Simone Moro leitet die Expedition. Durch die erfolgreichen Winterbesteigungen an Cerro Mirador, Marble Wall, Shisha Pangma und seine historische Winterexpedition zum 8.481 Meter hohen Makalu (2009) hat er Alpingeschichte geschrieben. Moro bringt die Erfahrung von insgesamt 40 Expeditionen, darunter 10 Winterexpeditionen, mit.

Moro wird von seinem langjährigen Kletterpartner, dem Kasachen Denis Urubko, begleitet. Um der Expedition eine einzigartige Perspektive hinzuzufügen, wird das Team vom erfahrenen kanadischen Bergsteiger und The North Face® Teamkameraden Cory Richards komplettiert. Dieser wird nicht nur mit Moro und Urubko aufsteigen sondern auch die entscheidenden Momente der Expedition digital festhalten.

Um bereits zwei Wochen nach dem Aufbruch das 5.000 Meter hoch gelegene Basislager zu erreichen, wird die Anreise durch einen Militärhubschrauber unterstützt. Die einheimischen Hochträger stehen im Winter nicht zur Verfügung. Ein erfolgreicher Gipfelversuch im Alpinstil ist nur dann möglich, wenn sich zwischen Ende Januar und März 2011 ein günstiges Wetterfenster bietet. Bei schweren Schneestürmen, Winden und extremer Kälte sind Moro, Urubko und Richards gezwungen, wochenlang in ihren Zelten auszuharren, bis vorteilhafte Bedingungen einen Gipfelversuch zulassen.

30. Januar 2011 – Drängen auf Camp 2

Die Wettervorhersagen sind günstig: Für Dienstag, den 1. Februar 2011, ist sonniges Wetter angekündigt, das den Kletterern die Möglichkeit bietet einen provisorischen Stützpunkt zu errichten. Moro, Urubko und Richards planen, den Gipfel des GII am Mittwoch, den 2. Februar 2011, zu erreichen. Die Wettervorhersagen kündigen für Mittwochmorgen klaren Himmel an, mit im Laufe des Nachmittags zunehmender Bewölkung. Während des Abstiegs zurück zum Basiscamp muss das Team mit Schneefällen rechnen.

Nachdem die Bergsteiger das Basislager (5.100 m) verlassen haben, kommen sie wie geplant in Camp 1 an. Am Montag, den 31. Januar, erreicht das Team wohlbehalten das vorher aufgebaute Camp 2, das auf 6.500 Metern Höhe liegt.

Moro, Urubko und Richards nutzen am Sonntag, den 30. Januar, trotz anhaltend eisiger Temperaturen von -46°C und Vorhersagen von Bewölkung, das erste kurze Wetterfenster, um in den Morgenstunden zu versuchen, bis auf eine Höhe von 7.000 bis 7.200 Metern zu klettern. Trotz einer guten Wettervorhersage bleiben die Winde sehr stark, was dem Team hilft, da der Schnee der letzten Tage abgeblasen wird.

„Ich denke, dass ich spuren muss, bevor wir den Grat erreichen – aber in knietiefem Schnee, nicht in hüfttiefem Schnee wie in den vergangenen Tagen,“ erklärt Simone Moro. „Dadurch werden wir ziemlich schnell sein. Wir gehen vielleicht direkt von Camp 2 weiter zum Gipfel. Das würde wohl etwa 12-13 Stunden dauern... aber es ist nicht wie im Sommer. Die Tage sind sehr kurz, die Sonne geht früh unter. Ich denke, die beste Taktik ist aufzusteigen, Camp 3 aufzubauen und von dort, gegen Mitternacht, zum Gipfel aufzubrechen.“

1. Februar 2011 - Gipfeloffensive

Heute steigt das Team um Simone Moro bis auf eine Höhe von 6.900 Metern, wo sie Camp 3 einrichten. Dort ruhen sie sich nun einige Stunden aus, bevor sie um 3 Uhr morgens zur finalen Gipfeletappe aufbrechen. Die Bergsteiger schätzen, dass sie 100 Höhenmeter pro Stunde aufsteigen, sodass sie den Gipfel am Mittwoch, den 2. Februar gegen 13 Uhr erreichen könnten. Nach der Wetterprognose beträgt die Temperatur am Gipfel des Gasherbrum II dann circa -23°C. Der Abstieg ins Basislager muss anschließend schnell erfolgen, da eine Wetterverschlechterung erwartet wird.

In der letzten SMS berichtet Simone Moro: „Wir sind ein bisschen müde, aber es geht uns gut.“

4. Februar 2011 – Das Drama nimmt seinen Lauf

 „Das, was passiert ist, hätte an jedem stürmischen Tag im Winter passieren können, wenn man müde ist und nicht die Dinge tut, die man für gewöhnlich tut. Es ist nicht so, dass wir zu viele Risiken eingegangen wären, die Bedingungen waren einfach schlecht,“ erklärte Expeditionsleiter Simone Moro. „Die gefährliche Zone unterhalb Gasherbrum V zu überqueren dauert normalerweise 15-20 Minuten. Da wir aber wegen des Schnees spuren mussten, verbrachten wir eine menge Zeit dort. Ein Serac fiel herab und der ganze Schnee, den der Wind angesammelt hatte, kam herunter. Als die Lawine anhielt, merkte ich, dass ich fast aus dem Schnee war. Ich habe mich sofort vom Seil losgemacht und sah Cory’s orangen Anzug. Ich grub ihn mit meinen Händen aus und machte mich dann daran Denis auszubuddeln. Nach 20 Minuten, mit einer Sichtweite von gerade mal einem Meter, fiel Cory in eine Gletscherspalte. Zum Glück konnten wir ihn dort herausholen.“

„Heute war es sehr anstrengend. Die Wegmarkierungen haben unser Leben gerettet. Wir haben eine Spur nach der anderen aufgegeben und als Team zusammen gearbeitet. Es war ein langer Tag. Wir haben acht Stunden von Camp 1 zum Basislager benötigt. Normalerweise braucht man dafür drei Stunden. Aber nach sechs Tagen auf dem Berg waren unsere Energiereserven erschöpft. Solange man nicht zurück im Basislager ist, ist es nicht vorbei. Heute war das Glück auf unserer Seite. In meinem Rucksack trug ich eine große Tüte mit Müll zurück, also vielleicht wusste der Berg das zu schätzen und wir standen in seiner Gunst.“

Unter Schock beschrieb Cory  Richards den Vorfall: „Wir gingen unterhalb Gasherbrum V als eine massive Lawine uns drei erwischte. Sie riss uns ungefähr 150 Meter weit mit. Wir landeten alle obenauf. Denis und ich waren größtenteils begraben, doch unsere Gesichter schauten heraus. Simone konnte sich selbst befreien und grub uns dann aus. Alles ist heute schief gelaufen. Wir sind alle froh und glücklich, und ich denke auch sehr dankbar, noch am Leben zu sein.“

The North Face® bestätigt die unversehrte Ankunft von Simone Moro, Denis Urubko und Cory Richards im Basislager nach der Rücker der rekordverdächtigen Winterbesteigung des 8.305 Meter hohen Gipfels des Gasherbrum II, Pakistan am 2. Februar 2011.

Video zur Winterbesteigung des Gasherbrum II

The North Face®

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